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Außergewöhnliche Ferienlager in Deutschland

Oskar lernt Englisch organisiert außergewöhnliche Ferienlager in Deutschland für Kinder im Alter von 6 – 15 Jahren. Unsere Ferienlager verbinden Englisch lernen mit Ferienspaß. Daher nennen wir sie auch SprachCamps. Unsere Betreuer sind ausschließlich englische Muttersprachler, die die Kinder mit viel Erfahrung und Engagement an die englische Sprache heranführen. Die Aktivitäten sind sehr vielfältig und reichen von Sport und Abenteuern über Reiten, Segeln, Surfen bis zu kreativen Workshops wie z.B. Theater, Tanz und Filmworkshops.

  • 20 Unterrichtseinheiten Englisch pro Woche
  • Keine englischen Vorkenntnisse erforderlich
  • Betreuer sind ausschließlich englische Muttersprachler
  • Betreuungsschlüssel 1:8
  • Betreuung rund um die Uhr
  • Immer mit Vollverpflegung
  • Alles inklusive, keine versteckten Kosten
  • Vielfältige Freizeitaktivitäten
  • Camps in vielen Regionen Deutschlands
  • Mehr als 15 Jahre Erfahrung

 

Mehr über Ferienlager

Ferienlager – Vielfalt und Abenteuer mit Bildungsanspruch

Ferienlager sind seit vielen Jahrzehnten als Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche etabliert. Typischerweise bedeutet Urlaub im Ferienlager einen mehrtägigen oder mehrwöchigen Aufenthalt – und zwar ohne die Eltern. Die Camps sind zwar in den Sommerferien besonders gefragt, werden jedoch auch zu anderen Ferienzeiten angeboten – beispielsweise in den Herbst-, Winter- oder Frühjahrsferien. Das Prinzip der Ferienlager hat in ganz Deutschland eine lange Tradition und wird auch im Ausland in verschiedenster Form umgesetzt.

Ferienlager mit Reitaktivitäten von Oskar lernt Englisch

Ferienlager mit Reitaktivitäten werden gerne von Mädchen besucht

Urlaub im Ferienlager

In einem Ferienlager verbringen Kinder im Schulalter ein oder mehrere Wochen gemeinsam mit Gleichaltrigen. Dabei geht es in der Regel „raus auf’s Land“, denn viele Kinderferienlager befinden sich außerhalb großer Ballungsräume. Das bedeutet vor allem für Stadtkinder ein komplettes Kontrastprogramm zum Alltag. Durch die ständige Nähe zur Natur, Unternehmungen unter freiem Himmel, Abenteuer und Ausflüge in Wald und Flur sammeln die Kids Erfahrungen, die sie daheim kaum machen könnten. Die kindliche Entwicklung wird damit auf besondere Weise gefördert.

Bewegungsdrang in die richtigen Bahnen lenken

Außerdem hat ein Ferienlager den Vorteil, dass der für Kinder typische Bewegungsdrang in Aktivitäten gesteckt werden kann, die ihre Entwicklung fördern. Dazu gehören vor allem vielfältige Sportarten: Kaum ein Feriencamp für Kinder und Jugendliche kommt ohne ein breites Angebot an sportlichen Herausforderungen daher. Vor allem Teamsportarten stehen dabei im Vordergrund – schließlich geht es bei den gemeinschaftlichen Ferien auch darum, den Kids die Bedeutung von Teamarbeit nahe zu bringen.

Lernen in den Ferien

Ferienlager sind jedoch nicht nur eine gute Gelegenheit, sich im Kreise von Gleichaltrigen in der freien Natur auszutoben, neue sportliche oder kreative Hobbys zu entdecken und neue Freunde zu finden. Viele Camps in Deutschland sind auch darauf ausgerichtet, einen bestimmten Lerneffekt zu erzielen. So gibt es unter anderem Ferienlager, in denen bestimmte Sportarten gezielt trainiert werden. Dazu zählen beispielsweise Fußballcamps, Wassersport-Camps oder auch Ferien auf dem Reiterhof. Andere Reisen bieten neben klassischen Ferien-Aktivitäten auch Sprachunterricht zum Erlernen und Vertiefen einer Fremdsprache an. Ebenfalls immer beliebter werden Feriencamps, bei denen die Kids im kreativen Bereich gefördert werden – wie beispielsweise Theater- oder Tanzcamps.

Abwechslung beim Modellbootbau in einem Oskar-FussballCamp

Modelbootbau in einem Ferienlager am Wannsee

Effekte eines Ferienlager-Besuchs

Ferienlager sollen natürlich in erster Linie Spaß machen und den Kindern ein unvergessliches Urlaubserlebnis bescheren. Sie haben darüber hinaus aber noch viele weitere wichtige Effekte. Allein durch die Entfernung zum Elternhaus tragen sie dazu bei, dass die Kids einen großen Schritt in Sachen Selbstständigkeit machen. Natürlich ist dieser Schritt – die Trennung auf Zeit von den Eltern – für viele Kinder anfangs nicht ganz leicht. Doch die meisten Camps sind mit kindgerechten Aktivitäten und Betreuungsstrukturen darauf ausgerichtet, die Teilnehmer schnell vom Trennungsschmerz abzulenken und ihren Fokus auf neue, spannende Dinge zu lenken. Natürlich gehört Heimweh zum Ferienlager dazu. In der Regel gerät es jedoch über die vielen neuen Eindrücke im Camp schnell in Vergessenheit.
Auch für die Selbstwahrnehmung der Kids haben Feriencamps eine positive Wirkung: Wenn man gemeinsam mit Gleichaltrigen zum Beispiel sportliche Herausforderungen meistert, kreative Aufgaben erfolgreich bewältigt oder auch die kniffeligen Rätsel bei einem Geo-Caching-Ausflug löst, trägt das enorm dazu bei, das Selbstbewusstsein zu steigern.

Soziale Kompetenz steigern und Neues entdecken

In der modernen Leistungsgesellschaft ist neben einem gesunden Selbstbewusstsein auch eine hohe soziale Kompetenz gefragt. Auch in diesem Zusammenhang ist die Teilnahme an einem Ferienlager empfehlenswert. Denn die Aktivitäten und das Zusammenleben in den Camps sind bewusst so ausgerichtet, dass die Kinder gemeinsam mit anderen agieren, in Gruppen arbeiten und ihre Position in bestimmten Hierarchien entdecken und ausfüllen müssen. Ob bei der Planung und Umsetzung einer Theateraufführung, einer Nachtwanderung mit Schnitzeljagd oder den verschiedensten Mannschafts-Sportarten: Auf zumeist spielerische Weise werden Teamarbeit und Führungsqualitäten gefördert.

Außerdem bekommen die Teilnehmer eines Ferienlagers zahlreiche Einblicke und Eindrücke, die sie dermaßen geballt anderswo nicht finden. Vom Hineinschnuppern in neue Sportarten über das Austesten der eigenen künstlerischen Ader in Kreativ-Workshops bis hin zum Kennenlernen neuer Sprachen: Die Möglichkeiten für Kinder, in einem Ferienlager den eigenen Horizont zu erweitern und dabei Impulse für die eigene Entwicklung mitzunehmen, sind sehr vielfältig. Hinzu kommen Wissensausbau und Lerneffekte durch spezielle Kurse. In vielen Kinderferienlagern stehen beispielsweise Erste-Hilfe-Kurse auf dem Plan. Auch Ernährungsberatung für Kinder spielt eine zunehmend wichtige Rolle bei den Angeboten.

Raus aus der Komfortzone

Nicht zuletzt hat ein Ferienlager natürlich auch den Effekt, die Kids aus ihrer sogenannten Komfortzone zu holen: Statt im vertrauten Umfeld daheim, müssen sie sich plötzlich in einer neuen, zunächst unbekannten Umgebung beweisen, sich in eine neue Gemeinschaft eingliedern und mit neuen Menschen klarkommen. Diese Herausforderung wird ein Kind in seinem Leben jedoch häufig haben. Deshalb ist es sinnvoll, schon in jungen Jahren gezielt derartige Momente zu forcieren. Schließlich wächst auch ein junger Mensch vor allem mit seinen Herausforderungen.

Aufenthalte im Ferienlager tragen auch dazu bei, die sogenannte Resilienz eines Kindes zu stärken. Resilienz kann definiert werden als die Fähigkeit, mit Veränderungen umgehen zu können. Darunter versteht man im Grunde die psychische Widerstandsfähigkeit eines Menschen – also seine Fähigkeit, sich auch nach Rückschlägen oder in schwierigen Situationen schnell wieder aufzurichten und mit Krisen richtig umzugehen. Denn natürlich gibt es in einem Ferien- oder Jugendcamp auch Momente, in denen die Kinder auf die Probe gestellt werden. Das kann eine verpatzte Chorprobe sein, ein Eigentor im Fußball – oder auch einfach klassisches Heimweh. Unterstützt durch die Betreuer im Camp und in der Interaktion mit anderen Teilnehmern lernen die Kids, mit derartigen Herausforderungen umzugehen und entwickeln eigene Strategien, sich von Rückschlägen nicht unterkriegen zu lassen. Eine solchermaßen erworbene hohe Resilienz wird für die Kinder auch im späteren Leben sehr wertvoll sein – wenn es statt um verlorene Siegpunkte beispielsweise um den Umzug in ein unbekanntes Land, Probleme im Job oder auch Schwierigkeiten bei der Ausbildung geht. Mit hoher Resilienz direkt verbunden ist emotionale Stabilität. Auch diese Eigenschaft ist angesichts moderner Entwicklungen in unserer Informationsgesellschaft enorm bedeutsam und sollte bei jedem Kind so früh wie möglich und auf vielfältige Weise gefördert werden.

Mädchen klettert im Ferienlager im Sport- und ActionCamp Winterberg

Kletteraktivitäten fördern das Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Hier in einem Hochseilgarten im Ferienlager SpachCamp Winterberg.

Zusammenfassung der positiven Effekte
  • Steigerung der Selbstständigkeit
  • Steigerung des Selbstbewusstseins
  • Förderung der Eigenverantwortung
  • Ausbau der sozialen Kompetenz
  • Verbesserung der Resilienz
  • Austesten neuer Aktivitäten
  • Austesten eigener Grenzen
  • Gewinnen neuer Freunde
  • Sammeln wertvoller Erfahrungen
  • Bewegung an der frischen Luft
  • Lerneffekte (bspw. Erste Hilfe, Fremdsprache oder Kreativ-Techniken)

Vorteile für die Eltern

Doch nicht nur für die Kinder, auch für ihre Eltern hat der Aufenthalt in einem Ferienlager positive Effekte. Natürlich steht zunächst auch die für viele Elternpaare nicht geringe Herausforderung im Raum, ihre Kinder für mehrere Tage oder Wochen „von der Leine zu lassen“. Doch bedeutet das für sie auch einen Gewinn an Freiheit: In dieser Zeit muss sich weder um eine Ferienbetreuung für den Nachwuchs gekümmert noch für tägliche Beschäftigung der Ferienkinder gesorgt werden. Gerade für berufstätige Eltern ist das meist eine durchaus willkommene Abwechslung zum oftmals turbulenten Familienalltag.

Gleichzeitig können sie beruhigt sein, denn in professionell geführten Ferienlagern sind ihre Kinder in guten Händen. Natürlich sollten deshalb nur Camps mit kompetenter Betreuung der Kids ausgewählt werden.

Nicht zuletzt bedeutet der Urlaub der Kinder im Ferienlager oftmals auch jede Menge neue Impulse für spätere gemeinsame Aktivitäten in der Familie. So lernen die Kinder im Jugendcamp beispielsweise neue Sportarten oder Freizeitaktivitäten kennen, die auch zusammen mit den Eltern viel Spaß machen. Ob Geo-Caching, Klettern, Reiten oder Basteln: Viele Kinder kommen nach den Ferien mit einer Begeisterung für neue Dinge heim.

Unterbringung in Ferienlagern

Es gibt verschiedene Formen der Unterbringung für Kinder in einem Ferienlager. Generell gilt zwar das Mehrbettzimmer-Prinzip, bei dem mehrere Teilnehmer in einem Raum gemeinsam übernachten. Doch die Formen, die ein solches Camp haben kann, sind sehr unterschiedlich. Neben klassischen Jugendherbergen und Gruppenhäusern sind unter anderem Landschulheime sowie Zeltstädte eine typische Form der Unterbringung. Besonders naturnah geht es auch in sogenannten Wildniscamps oder Naturfreunde-Häusern zu.

Jugendherbergen und Gruppenhäuser

In früheren Zeiten bestanden Jugendherbergen vor allem aus mehreren großen Räumen, in denen in Stockbetten übernachtet wurde – und zwar in der Regel in Zimmern für zehn oder mehr Personen. Für die tägliche Körperhygiene standen große Gemeinschaftswaschräume und -duschen zur Verfügung. Inzwischen hat sich dies etwas gewandelt, denn viele Einrichtungen dieser Art sind in den vergangenen Jahren modernisiert worden. Dadurch entstanden oftmals kleinere Zimmer mit weniger Betten, die inzwischen in der Regel zumindest ein im Zimmer gelegenes Waschbecken mitbringen. Etwas privater geht es nun auch beim Duschen zu, denn in vielen Häusern gehören Gemeinschaftsduschen der Vergangenheit an: Die typischerweise auf dem Gang gelegenen Duschkabinen sind heute für die Einzelnutzung ausgelegt und abschließbar.

Und mussten in früheren Zeiten oftmals Bettwäsche oder Schlafsäcke selbst mitgebracht werden, werden diese Dinge heute meist von der Einrichtung bereitgestellt. Jugendherbergen werden inzwischen auch häufig unter der Bezeichnung Gruppenhäuser vermarktet, da sie oftmals durch große Gruppen komplett angemietet werden. Das bedeutet jedoch auch, dass man als Nutzer für Sauberkeit und Ordnung selbst verantwortlich ist.

In einem Ferienlager im Gruppenhaus haben die Teilnehmer deshalb in der Regel sowohl die Aufgabe, ihr eigenes Bett zu machen wie auch gemeinsam für Sauberkeit im Zimmer zu sorgen. Auch wenn das für viele Kinder im ersten Moment nach unliebsamen Pflichten klingt, macht das Sauberhalten im Team durchaus Spaß – und ist natürlich auch sehr hilfreich für die Erziehung der Kinder zur Selbstständigkeit. Und weil dabei jeder eingespannt wird, müssen auch Kids mit Besen und Kehrschaufel „antreten“, die sich daheim eher davor drücken, im Haushalt zu helfen.

Insgesamt ist die Unterbringung der Kinder in Mehrbettzimmern in einer Jugendherberge oder einem Gruppenhaus eine sehr komfortable Form des Ferienlagers. Da die Einrichtungen meist über große, gut ausgestattete Küchen verfügen, steht auch gemeinsamen Koch-Kursen oder dem Vorbereiten des Frühstücks in Teamarbeit nichts im Wege. Für Indoor-Aktivitäten wie Unterrichts-Einheiten, Kreativ-Workshops oder Filmabende stehen in diesen Häusern meist große Gemeinschaftsräume zur Verfügung. Außerdem bieten die meisten Jugendhäuser inzwischen W-LAN-Zugang an, so dass auch online-basierte Aktivitäten wie beispielsweise Computerkurse umgesetzt werden können.

Ferienlager auf der Burg Rieneck, Ort des Sport- und ActionCamp Burg Rieneck

Ferienlager auf der Burg Rieneck Ort des Sport- und ActionCamp Burg Rieneck

Landschulheime

Während Jugendherbergen und Gruppenhäuser nur eine passende Umgebung für eigene Aktivitäten und komfortable Unterbringung bieten, sind Landschulheime auch inhaltlich komplett auf Kinder und Jugendliche ausgerichtet. Ursprünglich als Internate gegründet, halten sie nicht nur die Schlafgelegenheiten in Mehrbettzimmern bereit, sondern verfügen in der Regel beispielsweise über speziell ausgestattete Unterrichtsräume, die im Rahmen der Kinderfreizeiten und Ferienlager genutzt werden können. Auch die Ausstattung mit technischem Equipment wie Computer, Beamer oder mit besonderen Räumlichkeiten wie Ateliers und Labore ist in solchen Einrichtungen recht gut. Die Bandbreite an Indoor-Aktivitäten ist also in einem Landschulheim meist etwas größer als in Jugendherbergen. Die auch als Schullandheime bezeichneten Einrichtungen werden deshalb auch häufig für Schulausflüge und Klassenfahrten während des Schuljahres genutzt.

Schullandheime finden sich zum Beispiel auf Föhr im Wassersport und ActionCamp Föhr oder in Hessen im größen Schullandheim Deutschlands wo das  Sport- und ActionCamp Wegscheide stattfindet.

Unterbringung in Zelten

Spartanisch aber naturnah: Das ist die Unterbringung der Kinder in einem Ferienlager, das aus Zelten besteht. Üblicherweise befindet sich mindestens ein Gebäude auf dem Gelände, welches als Versammlungsort und Platz für Indoor-Aktivitäten genutzt wird und hygienische Einrichtungen bereithält. Geschlafen wird jedoch in Zelten, oftmals auf Feldbetten, unter denen sich praktischer Stauraum für das eigene Gepäck bietet. Aus Sicherheitsgründen sind die Zeltplätze in den meisten Fällen eingezäunt. Für Kinder besonders ansprechend ist häufig der Abenteuer-Faktor, der sich mit dem Prinzip des Campens verbindet – und vor allem Stadtkinder in seinen Bann zieht, die ihr ganzes Alltagsleben in festen Gebäuden verbringen.

Je nach Größe der Zelte können auch in dieser Form des Kinderferienlagers bis zu zehn oder mehr Teilnehmer in einem Raum übernachten. Natürlich ist ein solches Zeltlager nur für Ferienzeiten im Frühling oder Sommer möglich, weil nur dann die passenden Außentemperaturen für das Übernachten im Zelt herrschen. Überhaupt spielt das Wetter natürlich eine entscheidende Rolle dabei, wie hoch der Spaßfaktor in einem solchen Ferienlager ist.

Wildniscamps und Naturfreunde-Häuser

Wer es besonders naturnah, aber möglichst komfortabel haben möchte, kann nach Ferienlagern in Naturfreunde-Häusern Ausschau halten. Denn diese Einrichtungen liegen zumeist mitten in besonders malerischen oder abgelegenen Gegenden, bieten jedoch den Komfort eines typischen Schullandheims oder einer Jugendherberge. So findet zum Beispiel im Harz in einem ehemaligen Naturfreundehaus das Abenteuer- und ActionCamp Zorge statt.

Ferienlager im ehemaligen Naturfreundehaus Haus Walter Freist, in Zorge im Harz

Ferienlager im ehemaligen Naturfreundehaus Haus Walter Freist, in Zorge im Harz

Weitere Unterbringungsformen

In einigen Ferienlagern sind die Kids weder in Zimmern noch Zelten untergebracht, sondern übernachten in außergewöhnlichen Einrichtungen wie beispielsweise Biwak-Hütten. Das sind kleine Holzhütten mit Spitzdach, in denen üblicherweise zwei bis vier Kinder Platz finden. Auch Übernachtungsmöglichkeiten unter freiem Himmel sind durchaus zu finden – wobei jedoch generell ein fester Schlafplatz in einem Zelt, Zimmer oder einer Hütte zur Verfügung steht und nur bei passendem Wetter und passender Motivation unter dem Sternenhimmel geschlafen wird.

Betreuung in den Ferienlagern

In einem Ferienlager werden die Kinder in der Regel sowohl durch pädagogisch geschultes Fachpersonal wie auch freiwillige Helfer betreut. Letztere setzen sich vor allem aus jungen Erwachsenen wie Studenten und Praktikanten zusammen, die die Feriencamps als Nebenjob nutzen. In einigen Camps sind auch ehrenamtlich tätige Mitarbeiter im Einsatz. Um sicherzustellen, dass die Feriengäste in jeder Situation angemessen gefördert werden, sind jedoch auch erfahrene Betreuer unerlässlich. Das können beispielsweise ausgebildete Lehrer sein – oder auch Trainer, die in einem bestimmten Feld ihren Schwerpunkt haben. Auf derart ausgebildetes Personal sollten Eltern übrigens vor allem bei Ferienlagern schauen, bei denen es eine Spezialisierung auf ein bestimmtes Thema gibt – wie Reitcamps, Segelcamps, Theatercamps und ähnliches. Bei Sprachcamps wiederum ist es sinnvoll, auf Ferienangebote mit Muttersprachlern als Lehrer zu setzen, weil diese den Kindern in der Regel eine Sprache sehr viel eingängiger vermitteln können als klassische Schullehrer. Bei ehrenamtlichen Camp-Mitarbeitern ist es empfehlenswert darauf zu achten, dass diese über eine sogenannte Jugendleitercard verfügen. Diese gilt als Nachweis der Qualifizierung des Ehrenamtlers für die Betreuung von Kindern und Jugendlichen.

Viele Betreuer mit pädagogischem Hintergrund verfügen zudem über Kenntnisse im psychologischen Bereich. Auch das ist in einem Feriencamp durchaus von Bedeutung, weil es immer wieder kleinere oder größere Konflikte zu lösen gilt.

Zum Personal in einem Ferienlager, das nicht direkt mit Betreuungsaufgaben betraut ist, zählt das Team in der Küche sowie Reinigungskräfte und Hausmeister. Sie sind oftmals über die jeweilige Unterkunft angestellt, während reine Betreuer zumeist vom Ferienlager-Veranstalter beauftragt werden.

Betreuer im Ferienlager Sport- und ActionCamp Haltern

Betreuer im Ferienlager Sport- und ActionCamp Haltern

Trägerschaften der Ferienlager

Die Veranstalter der Reisen ins Ferienlager sind neben kommerziellen Anbietern vor allem gemeinnützige Verbände, Jugendorganisationen und konfessionelle Träger.

Die Besonderheiten konfessioneller Anbieter

Ob katholische oder evangelische Kirche: Die Religionen in Deutschland verfügen über große Jugendorganisationen. Zu deren Arbeit gehört unter anderem auch das Ausrichten christlicher Jugendcamps. Wie sehr dabei die Auseinandersetzung mit Glaubensfragen und das Praktizieren christlicher Rituale im Vordergrund steht, geht meist aus den Informationsmedien der Anbieter hervor – und sollte bei der Planung eines Ferienlager-Aufenthalts unbedingt berücksichtigt werden.

Pfadfinder-Lager

Wer sein Kind durchaus einer in Jugendarbeit erfahrenen Dachorganisation anvertrauen möchte, jedoch bewusst auf religiöse Aspekte verzichten will, kann Pfadfinder-Lager in Betracht ziehen. Die Pfadfinder-Bewegung ist zumindest religiös unbestimmt, also keiner Glaubensrichtung zugeordnet. Im Mittelpunkt der Arbeit von Pfadfinder-Organisationen steht die Erziehung junger Menschen zu verantwortungsvollen Erwachsenen.

Ferienlager von Parteien

Religionsfrei geht es auch in den Ferienlagern zu, die von Parteien organisiert werden. Deren Nachwuchs-Organisationen und Ortsgruppen engagieren sich allerdings vorrangig mittels finanzieller Unterstützung der Feriencamps – die politische Indoktrinierung der kleinen Campteilnehmer ist deshalb kaum zu befürchten. Üblicherweise schicken die Eltern ihren Nachwuchs jedoch nur in Ferienangebote von Parteien, mit deren politischer Meinung und Arbeit sie übereinstimmen.

Teilnehmer an Ferienlagern

Ferienlager richten sich in der Regel an Schüler im Alter von sechs bis 17 Jahren. Sie sind sowohl für Mädchen wie Jungen konzipiert und in allen Regionen Deutschlands zu finden. Für jüngere Kids bietet es sich an, ein Camp ganz in der Nähe zum Heimatort zu suchen, um die erste „Abnabelung auf Zeit“ auszuprobieren. Später nutzen viele Familien derartige Ferienlager dazu, ihren Kindern bewusst neue Regionen näher zu bringen, indem sie sie in weiter entfernte Einrichtungen reisen lassen.

Viele Feriencamps befinden sich in religiöser Trägerschaft. Die Voraussetzung, um an einem solchen Camp teilnehmen zu dürfen, ist zwar inzwischen in den meisten Fällen nicht mehr zwingend die Zugehörigkeit zu der jeweiligen Glaubensgemeinschaft. Doch Eltern sollten sich bewusst sein, dass religiöse Themen, Musik, Gebete und Ähnliches meist dennoch eine Rolle im Programm derartiger Ferienlager spielen.

Inhalte der Ferienlager

Ferienlager tragen ihre wichtigsten Charaktereigenschaft bereits im Namen: Denn sie sind als Ferien-Gestaltung für Kinder und Jugendliche gedacht. Entsprechend bewegen sich natürlich auch die Aktivitäten in den Camps in einem Rahmen, der vor allem Spaß und Erholung verspricht. Typische Programmpunkte sind deshalb vielfältige Sport-Aktivitäten, Ausflüge oder Radtouren und kreative Gruppen-Aktivitäten. Dabei ist nahezu alles auf Aktion ausgelegt: Die Kinder sind viel in der freien Natur unterwegs, probieren sich in unbekannten Sportarten aus oder kreieren Künstlerisches. Auch die Abendgestaltung in den Feriencamps ist auf die Zielgruppe ausgerichtet – und auf gemeinschaftliche Aktivitäten. So finden sich die Teilnehmer in vielen Ferienlagern beispielsweise allabendlich am Lagerfeuer zusammen, geben beim Karaoke ihr Bestes oder tanzen bei der Feriendisko ab.

Generell gilt in den Ferienlagern der Anspruch, den Kids ein zielgruppengerechtes Kulturprogramm zu bieten. Unverzichtbare Elemente des Ferienlager-Erlebnisses in Deutschland sind beispielsweise Neptunfeste und Nachtwanderungen. In kleinen, Camp-internen Turnieren wird der Kampfgeist der Kinder gekitzelt – und zwar sowohl in sportlichen Wettkämpfen wie auch bei Denksportaufgaben wie Schach und Co.. Auf diese Weise können sich alle Kinder ihren Talenten und Vorlieben entsprechend einbringen und Erfolgserlebnisse sammeln.

Sonderform: Trainingslager

Eine Sonderform des Ferienlagers ist das Trainingslager. Dabei steht eine bestimmte Sportart im Mittelpunkt – und die meisten Programmpunkte sind darauf ausgerichtet, die Teilnehmer in dieser Sportart zu schulen. Oftmals werden dabei Grundkenntnisse bereits vorausgesetzt, so dass Trainingslager nur selten für Anfänger geeignet sind. Trainingslager finden zumeist in Gruppenform statt, sind also eher als Feriengestaltung für ganze Mannschaften denn als Reisemöglichkeit für einzelne Kinder gedacht.

Fussballteam im Ferienlager Oskar-FussballCamp

Fussballteam im Ferienlager Olympiapark, einem SprachCamp von Oskar lernt Englisch

Sonderform: Sprachcamp

Ebenfalls recht häufig anzutreffen sind Ferienlager, die sich neben klassischen Urlaubsaktivitäten auch der Vermittlung von Fremdsprachenkenntnissen widmen. Dabei steht in der Regel am Vormittag Sprachunterricht auf dem Plan. Hochwertige Sprachcamps zeichnen sich jedoch dadurch aus, dass die Fremdsprache, beispielsweise Englisch, auch in alle weiteren Tagesaktivitäten integriert ist – und dass das Sprachtraining vorrangig durch Muttersprachler der jeweiligen Fremdsprache übernommen wird. Denn das ermöglicht es den Kindern, die fremde Sprache nicht nur in einer aus dem Schulunterricht bekannten Form zu erleben, sondern sie intuitiv und anwendungsbezogen zu erlernen. Ferienlager mit Sprachcamp werden beispielsweise in Berlin angeboten, sind jedoch auch in vielen weiteren Regionen zu finden.

Eine Übersicht der SprachCamps von Oskar lernt Englisch findet sich auf: SprachCamps

Sonderform: Teen- und Jugendcamps

Eine spezielle Form der Ferienlager sind auch sogenannte Teencamps oder Jugendcamps. Wie der Name schon sagt, wenden sie sich an eine etwas ältere Zielgruppe – was sich unter anderem auch auf das Camp-Programm und das Anforderungslevel in den jeweiligen Aktivitäten auswirkt. Die Teilnehmer von Jugendcamps haben jedoch zumeist auch größere Freiheiten als die Kids in Kinderferienlagern. Außerdem wird bei der Auswahl der Örtlichkeit eher Wert darauf gelegt, größere Städte als Ausflugsziele in der Nähe zu haben, um den Teens hier und da einen Stadtbummel zu ermöglichen.

Geschichte der Ferienlager in Deutschland

Ferienlager als Angebote für die Feriengestaltung von Kindern und Jugendlichen gibt es bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts in Deutschland. Ging es dabei früher jedoch vorrangig auch um gezielte Erziehungsaspekte, so steht seit vielen Jahrzehnten vor allem der Erholungs- und Erlebnisfaktor für die Kids im Vordergrund.

Ferienlager in der DDR

Zu DDR-Zeiten wurden die Feriencamps als Möglichkeit genutzt, Kinder im Sinne der politischen Werte und Weltanschauung des Landes zu prägen. Die Ferienlager waren zumeist einzelnen Betrieben angegliedert, so dass die Kinder der Belegschaft dort gemeinsam Urlaub machen konnten. Darüber hinaus wurden sogenannte Pionierferienlager veranstaltet, die vor allem über die Schulen organisiert wurden. Neben klassischen Ferien-Aktivitäten wie Sport und Schnitzeljagd standen auch Appelle und Co. auf dem Programm der DDR-Ferienlager. Noch stärker in Richtung politische Erziehung ging das Programm in den Jugendlagern, die für FDJ-Mitglieder veranstaltet wurden und als „Lager der Erholung und Arbeit“ bezeichnet wurden. Außerdem standen in diesen Camps täglich Arbeitseinsätze auf dem Plan – vor allem in der Landwirtschaft.

Ferienlager in anderen Ländern

Ferienlager sind auch in anderen Ländern als Konzept zur Feriengestaltung für Kinder und Jugendliche etabliert. In den USA und Großbritannien sind beispielsweise die sogenannten Summer Camps sehr beliebt, die in den Sommerferien angeboten werden.

Summer Camps in den USA

Aufgrund der allgemein sehr knapp bemessenen Urlaubstage in US-Firmen sind Familien in Amerika besonders stark darauf angewiesen, eine gute Ferienbetreuung für ihre Kids zu organisieren. Die Ferien im Summer Camp zu verbringen, ist für US-Schüler deshalb sehr typisch. Diese Ferienlager sind häufig direkt im Wohnort oder ganz in der Nähe gelegen und können oftmals auch ohne Übernachtung genutzt werden. Als Organisatoren stehen beispielsweise Verbände wie YMCA hinter den Camps. Generell sind auch die US-Camps oft thematisch aufgestellt und bieten eine große Bandbreite an kindgerechten Aktivitäten.

Summer Camps in Großbritannien

Im Vereinigten Königreich hingegen haben Summer Camps weniger den Charakter einer Tages-Betreuung, sondern entsprechen eher dem Typ des klassischen Ferienlagers, wie man es auch aus Deutschland kennt. Ähnlich wie hierzulande können die Ferientrips sowohl über gemeinnützige wie auch kommerzielle Träger gebucht werden, wobei die kommerziellen Angebote allerdings deutlich überwiegen. Die Summer Camp-Kultur hat sich erst seit wenigen Jahrzehnten in Großbritannien etabliert und wird oft genutzt, um Bildungsaspekte mit Freizeitgestaltung zu verbinden – beispielsweise in Camps, die von Universitäten und Schulen veranstaltet werden.

Camps in Großbritannien, vergleichbar den SprachCamps von Oskar lernt Englisch, sind zum Beispiel:

Kanufahren-auf-der-Sprachreise-Adventure-Camp-Boreattan-Park

Kanufahren als Abenteuererlebnis. Hier auf der Sprachreise AdventureCamp Boreatton-Park

Jugendcamps in Frankreich

Auch in Frankreich hat das Urlaubmachen ohne Eltern für Schulkinder eine große Tradition. Durch seine große Vielfalt als unterschiedlichen Landschaften bietet das Land eine riesige Auswahl an thematisch geprägten Ferienlagern. In den Jugendcamps an der Atlantikküste steht beispielsweise vor allem Wassersport wie Surfen auf dem Programm. Landratten hingegen kommen im Landesinneren auf ihre Kosten.

Qualitätskriterien für Ferienlager

Gütesiegel

Um einschätzen zu können, welche Qualität ein Ferienlager hat, können Eltern unter anderem auf Gütesiegel achten, die hochwertigen Einrichtungen verliehen werden. Dazu zählen unter anderem das „Gut Drauf“-Siegel der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, das unter anderem bestätigt, ob eine Einrichtung in den Kriterien Ernährung, Bewegungsangebote und Stressregulation hohen Anforderungen entspricht. Die Qualität der Betreuung wird unter anderem durch das QMJ-Siegel bestätigt, dies steht für „Qualitätsmanagement für Kinder- und Jugendreisen“. Dahinter steht unter anderem das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Auch das BundesForum Kinder- und Jugendreisen e.V. ist eine gute Quelle für die Qualitätsprüfung von Kinderferien-Angeboten.

Ein weiteres Siegel, das sich hochwertige Ferienlager verdienen können, ist das Reisenetz-Siegel des Deutschen Fachverbands für Jugendreisen. Und speziell bei Sprachreisen kann auch das Gütesiegel des Fachverbands deutscher Sprachreise-Veranstalter ein hilfreicher Entscheidungsfaktor sein.

Generell sollten Eltern auf hohe Qualität speziell bei folgenden Punkten achten:

  • Betreuungschlüssel (Anzahl Betreuer zu Anzahl Kinder)
  • Unterbringung
  • Freizeitprogramm
  • Programmauswahl / Aktivitäten
  • Erfahrung des Anbieters/ Bewertungen

Preisgestaltung als Qualitätskriterium

Auch der Preis für die Reise ins Ferienlager sollte als Auswahl- und Qualitätskriterium berücksichtigt werden. Je nach Entfernung, Art der Unterbringung, Programmgestaltung und Attraktionen im Rahmen der Reise sind die Preise der einzelnen Camps zwar recht unterschiedlich. Generell gilt jedoch, dass möglichst viele Posten transparent im Gesamtpreis enthalten sein sollten, um sich vor versteckten Kosten zu schützen. Zu den üblicherweise enthaltenen Kostenfaktoren zählen beispielsweise das Grundprogramm des Ferienlagers, die volle Verpflegung für die gesamte Reisezeit, die Unterkunft sowie die Materialien, die die Kinder für Camp-Aktivitäten benötigen.

Erfahrungsberichte zur Orientierung

Um sich darüber zu informieren, welche Vor- und Nachteile einzelne Ferien-Angebote haben, kann sich auch ein Blick in Bewertungsportale und Foren lohnen. Dort teilen andere Eltern und Kinder ihre Erfahrungen mit der Netzgemeinschaft – und geben in oftmals recht detaillierten Schilderungen konkrete Informationen zu empfehlenswerten oder problematischen Einrichtungen. Hierbei ist die Art des Portals zu beachten. Kann jeder seine Meinung abgeben oder ist dies nur Teilnehmern vorbehalten, was zu bevorzugen ist.

Heimweh und Co.: Probleme beim Urlaub im Ferienlager

Bei Ferienlagern geht es in erster Linie darum, Kindern im Schulalter interessante und abwechslungsreiche Ferien zu bieten. Doch das ist durchaus auch mit Herausforderungen verbunden, derer sich vor allem die Eltern vorher bewusst sein sollten. Das vor allem für jüngere Kinder wohl größte Problem ist beispielsweise das Heimweh. Und davor ist keiner gefeit: Selbst temperamentvolle, extrovertierte Kids, die nicht unter mangelndem Selbstbewusstsein leiden, haben in einem solchen Camp oft den ein oder anderen Moment, in dem sie Heimat und Eltern schmerzlich vermissen. Deshalb sollte mit passenden Strategien gegen Heimweh-Attacken vorgesorgt werden.

Heimweh entgegen wirken

Ganz wichtig ist es beispielsweise, dass ein Kind bei der Fahrt in die Fremde immer etwas Vertrautes im Gepäck hat. Für viele Kids ist das Lieblingskuscheltier der Gegenstand der Wahl. Auch Fotos seiner Lieben oder eine handgeschriebene „Ich hab dich lieb“-Botschaft von Mama oder Papa können Kindern in Heimweh-Momenten helfen.

Mindestens ebenso wichtig wie Vertrautes ist jedoch auch das Bewusstsein, dass man sich für das Heimweh nicht schämen muss. Wenn abends im Bett beim Gedanken ans heimische Kinderzimmer die Tränchen kullern, dürfen die Kinder nicht das Gefühl haben, sich damit verstecken zu müssen. In hochwertigen Ferienlagern wird deshalb ganz bewusst offen mit diesem Thema umgegangen. So stehen beispielsweise die Betreuer den Kids jederzeit für ein Gespräch zur Verfügung und fangen sie emotional auf.

Ein gewisses Maß an Robustheit kann man sogar im Vorfeld der Reise entwickeln. Dazu sollte das Kind beispielsweise einfach öfter mal auswärts schlafen – ob bei Klassenkameraden oder der Oma. Dadurch verliert eine längere Trennung ihren Schrecken für den kleinen Reisenden. Und auch die Eltern können viel dafür tun, dass Heimweh kaum aufkommen kann: Keinesfalls sollten sie ihrem Nachwuchs sagen (oder zeigen), dass der Abschied auf Zeit auch sie sehr traurig macht. Denn so fällt das Loslassen den Kindern noch schwerer – und im schlimmsten Fall entwickeln sie sogar ein schlechtes Gewissen, weil sie ihre Eltern „verlassen“ haben.

Eine weitere bewährte Strategie gegen das Heimweh ist es, Kindern den Spaß an ihrer spannenden und aufregenden Reise immer wieder bewusst vor Augen zu führen. Dazu kann ein Ferienkind beispielsweise in einem Tagebuch jeden Abend aufschreiben, was es den ganzen Tag im Ferienlager so erlebt hat. Eltern sollten ihre Kinder dazu animieren, auch festzuhalten, wie sie sich in einzelnen Momenten gefühlt haben. All das trägt dazu bei, den Kindern zu vergegenwärtigen, wie viel Neues und Interessantes sie jeden Tag im Feriencamp erleben, was sie alles gelernt und erreicht haben. Nicht zuletzt ist Ablenkung und jede Menge Action ohnehin das beste Rezept gegen Grübeleien und Heimweh. Neben den zahlreichen Aktivitäten, die ein Ferienlager bietet, sind in dieser Hinsicht auch neue Bekanntschaften zu anderen Kindern sehr hilfreich.

Eher kontraproduktiv ist es hingegen, wenn ein Kind ständig einen kurzen Draht nach Hause hat – beispielsweise über Telefonate oder SMS. Eltern sollten ihre Kinder deshalb nicht drängen, sich ständig aus dem Ferienlager zu melden – sondern entsprechende Kanäle nur für Notfälle reservieren. Schließlich wollen die Kids auch nach der Heimkehr noch viel zu erzählen haben!

Um Heimweh zu verhindern oder zu bekämpfen, gilt also:
  • vorab das Auswärtsschlafen „trainieren“
  • vertrauten Gegenstand von daheim einpacken
  • Tagebuch schreiben
  • sich nicht verkriechen, sondern in Gesprächen anderen anvertrauen
  • neue Aktivitäten ausprobieren, aktiv sein, um sich vom Grübeln abzulenken
  • offen auf neue Menschen zugehen
  • Kommunikationskanäle nach Hause nur für echte Notfälle nutzen

Versagensängste und Misserfolge

Neben dem Heimweh sind Schüchternheit und Versagensängste beziehungsweise Misserfolge häufige Probleme, die Kinder im Ferienlager beschäftigen. Generell lässt sich sagen, dass sich eigentlich jedes Kind nach einer gewissen Eingewöhnungsphase, die individuell unterschiedlich sein kann, in der neuen Gemeinschaft wohl fühlt. Dafür sorgen vor allem die Betreuer, die sehr genau darauf achten, welche Kids problemlos mit der neuen Situation klarkommen, und welche sich eher einigeln. Mit bewährten Strategien werden dann auch die schüchternsten Schüler aus ihrem Kokon gelockt – das gelingt zumeist vor allem mit Aktivitäten, für die die Kinder eine Leidenschaft haben. Deshalb ist es im Vorfeld wichtig, bei der Auswahl des Ferienlagers darauf zu achten, dass entsprechende Programmpunkte angeboten werden.Und wenn man etwas tut, wofür man sich vollauf begeistert, dann steckt man auch Misserfolge gut weg. Denn nicht jeder Versuch in einer neuen Sportart oder jede Probe für eine Tanzvorführung wird auf Anhieb gelingen. Auch hier sind es vor allem die Betreuer, die dafür sorgen, dass die Motivation der Kinder auch bei kleinen Misserfolgen hoch bleibt. Eltern können jedoch im Vorfeld schon viel dafür tun, dass das Ferienlager für ihre Kinder vor allem Spaß bedeutet: indem sie ihnen beibringen und vorleben, dass es sich lohnt, Neues auszuprobieren – und dass man sich auch nicht abschrecken lassen sollte, wenn man einmal auf die Nase fällt. Wurde ein Kind jedoch in seiner bisherigen Kindheit regelrecht in Watte gepackt, kann der Aufenthalt im Ferienlager es tatsächlich vor einige Probleme stellen.

Checkliste für die Auswahl des passenden Ferienlagers

Um für das eigene Kind das passende Ferienlager aus dem riesigen Angebot kommerzieller, konfessioneller und gemeinnütziger Veranstalter herauszusuchen, sollten Eltern sich ihrer konkreten Anforderungen an ein solches Camp bewusst sein. Dabei kann eine Checkliste helfen, mit der sich jedes Angebot nach den Faktoren analysieren lässt, die aus eigener Sicht die wichtigsten sind.

Ausrichtung: Welches Hauptthema steht über dem Camp – und wie passt es zu den persönlichen Vorlieben und Talenten des Kindes?

Aktivitäten: Welche Vielfalt bietet das Ferienlager hinsichtlich sportlicher und kreativer Aktivitäten und Ausflüge an?

Fokus: Soll es eher ein allgemeines Camp sein oder ein Camp, das sich einem bestimmten Thema widmet?

Betreuung: Sind pädagogische sowie passend zum Camp-Thema thematisch geschulte Fachkräfte als Betreuer im Einsatz?

Ort: In welcher Region liegt der Ferienort?

Faktor Nähe: Soll der Ferienort für Notfälle für die Eltern schnell erreichbar sein? (besonders bei jüngeren Kindern sinnvoll)

Transport: Auf welche Weise erfolgt die An- und Abreise zum Ferienlager?

Faktor Alter: Welches Durchschnittsalter haben die Teilnehmer – und passt das Durchschnittsalter zum Alter des eigenen Kindes?

Saison: In welcher Zeit läuft das Camp – und passt dieser Zeitraum vor allem wettertechnisch zur Ausrichtung des Ferienlagers? (Outdoor-fokussierte Formen wie Wassersport-Camps beispielsweise sind vor allem im Sommer sinnvoll, Kreativ-Camps hingegen auch gut für Herbst, Winter oder Frühjahr geeignet.)

Anforderungslevel: Wendet sich das Camp in punkto Sportarten, Fremdsprachenerwerb oder auch Kunst eher an Anfänger oder Fortgeschrittene? (Wichtig ist, das eigene Kind weder zu unter- noch zu überfordern mit den Anforderungen, die an sportliche, sprachliche oder künstlerische Fähigkeiten gestellt werden.)

Ausrüstung: Welches Equipment ist für die Camp-Aktivitäten nötig – und was stellt der Anbieter? (Bei Reitferien beispielsweise sollten Eltern darauf achten, dass vor Ort sowohl Reithelme wie auch Sicherheitswesten in passenden Größen verfügbar sind. Und bei Wassersport-Ferien kann es beispielsweise sein, dass jedes Kind selbst einen Neoprenanzug mitbringen muss.)

Einschränkungen: Hat das Kind persönliche Einschränkungen wie beispielsweise Allergien, Asthma, Höhenangst oder Angst vor Wasser – und funktioniert das Camp unter Berücksichtigung dieser Einschränkungen?

Gütesiegel: Welche Gütesiegel kann das Ferienlager zum Belegen der eigenen Qualität vorweisen?

Preis und Leistung: Welche Inhalte sind zu welchem Preis enthalten? (Wichtig ist hier vor allem die Komplett-Versorgung des Kindes bei allen Mahlzeiten sowie Preistransparenz hinsichtlich spezieller Angebote wie Ausflüge, Sprachkurse usw..)

Bereitschaft: Hat das Kind überhaupt Lust auf den Aufenthalt im Ferienlager? Denn Kids, die gegen ihren Willen zu diesem Urlaub „überredet“ werden, nehmen dies oft als enorme Belastung wahr.

Erwartungen: Welche Erwartungen verbindet man selbst beziehungsweise das Kind mit dem Ferienaufenthalt – und wie passt das zur Ausrichtung des Camps? (Wenn sich das Kind beispielsweise gern im Fußball verbessern möchte, sollte ein speziell auf diese Sportart ausgewähltes Camp ausgewählt werden, statt eines Ferienlagers, das unter vielen anderen Aktivitäten auch Fußball im Programm hat.)